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Mittwochabend war die Moschee in der Pinneberger Straße bis auf den letzten Platz besetzt. Der Grund: Die Hamburger Behörde für Inneres und Sport (BIS) und das Bezirksamt Eimsbüttel hatten geladen um über die geplante Unterbringung von etwa 900 Flüchtlingen im Schnelsener Flagentwiet zu informieren. Gemeinsam mit dem Eimsbütteler Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse sowie unserer CDU-Sprecherin im Regionalausschuss, Silke Seif, nahm ich ebenfalls an der Veranstaltung teil und möchte Ihnen hier einen kurzen Überblick geben.

Grundsätzlich handelt es sich bei der Fläche um ein Industriegebiet, welches aufgrund einer rechtlichen Neuregelung nun auch für die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften genutzt werden darf. 900 Menschen sollen an diesem Standort in Wohncontainern untergebracht werden. Da es sich um eine sogenannte „Zentrale Erstaufnahme“ (ZEA) handelt, sollen Asylsuchende hier jeweils nicht länger als 3 Monate verbleiben. Der Standort Flagentwiet soll noch im Oktober diesen Jahres eröffnet werden und wird vom Deutschen Roten Kreuz betrieben.

Im Anschluss an die Vorstellung der bisherigen Verwaltungspläne durften die Anwesenden den Verantwortlichen Fragen zur ZEA Flagentwiet stellen. Besonders positiv fiel mir bei allen Fragen und Kommentaren die geäußerte Hilfsbereitschaft der Schnelsener auf. Als Anlaufstellen für ehrenamtliches Engagement in den Hamburger Unterkünften sei an dieser Stelle auf die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie & Integration hingewiesen. Außerdem können Sie sich auch auf www.hamburg.de darüber informieren, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Schließlich wurde noch auf die Mailadresse fluechtlingefluechtlinge@basfi.hamburg.de verwiesen, an die ebenfalls Fragen gerichtet werden können.

Auch einige kritische Anmerkungen gab es an diesem Abend. Sie waren jedoch eher im mangelhaften Umgang des Senats mit dem Thema begründet, als in Ressentiments. So war ein zentraler Punkt die Sorge um die Überlastung der ärztlichen Versorgung im Stadtteil. Bisher wurde die Eingangsuntersuchung aller Flüchtlinge zentral in Harburg vorgenommen. Seit neustem soll diese jedoch nun dezentral in den ZEA’s und den Arztpraxen der Umgebung erfolgen. Wie sich diese große Herausforderung auf ein ohnehin angespanntes System niedergelassener Ärzte auswirkt, bleibt abzuwarten.

Eine weitere Sorge der Anwohner: die mögliche Überlastung der nahe gelegenen Julius-Leber-Schule. Immerhin konnten die Behördenvertreter hier eine klare Aussage tätigen: Die Beschulung erfolgt in ZEA’s grundsätzlich auf dem Gelände, bedingt durch die kurze Zeit, in der die Asylsuchenden hier jeweils untergebracht sein sollen.  Für die Stadtteilschule vor Ort soll es demnach keinerlei Auswirkungen geben.

Auch das Thema Sicherheit klang immer wieder durch – sowohl für die Anwohner, als auch für die Flüchtlinge selbst. Laut Auskunft der Behörde ist bislang keine Kriminalitätssteigerung rund um bestehende Unterkünfte bekannt. Außerdem wird auch im Flagentwiet rund um die Uhr ein Wachdienst bereitstehen. Um religiös- oder ethnisch begründete Gewalt zwischen den Bewohnern zu vermeiden, wird das DRK schließlich versuchen einen breiten Herkunfts-Mix der Bewohner zu gewährleisten.

Ein großer Pluspunkt der geplanten Einrichtung ist immerhin, dass es sich um beheizbare Wohncontainer handelt. Im Gegensatz hierzu hat der Senat bislang stadtweit fast 2.000 Menschen in Zelten untergebracht. Mit Blick auf den kommenden Winter offenbart sich spätestens hier, wie überfordert Olaf Scholz und seiner Mannschaft im Rathaus bereits jetzt ist. Zudem knarzt es kräftig im rot-grünen Gebälk, wie mit den Asylsuchenden umgegangen werden soll, deren Antrag abgelehnt wurde. Rechtlich ist die Situation eindeutig, die Grünen mögen sich bislang jedoch nicht damit anfreunden und gefährden damit auch die Versorgung weiterer Neuankömmlinge.

Sollten Sie zum Thema Anregungen oder Fragen haben, kommen Sie gerne zu den Öffnungszeiten in meinem Bürgerbüro vorbei oder schicken Sie mir eine Mail.

 

Bildnachweis: https://pixabay.com/de/flucht-flüchtling-asyl-asylant-818184/ – pixabay.com

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